Fragen und Antworten

Häufige Fragen & unsere Antworten

Was ist Plasma?

Plasma ist ein natürlicher Bestandteil des Blutes und ist nicht synthetisch ersetzbar. Es kann in seiner Zusammensetzung nur vom Körper selbst gebildet werden, so dass die Medizin – insbesondere die Pharmazie – auf Plasmaspenden angewiesen ist.
Definition nach Wikipedia: »Blut kann in einen zellulären Bestandteil und einen flüssigen Teil aufgeteilt werden, in dem die Zellen „schwimmen“. Der flüssige, zellfreie Teil wird als Blutplasma bezeichnet und hat einen Anteil von etwa 50–59 % bei Männern und 54–73 % bei Frauen am Blutvolumen.« [Definition nach www.wikipedia.org]

Wie ist eine Plasmaspende?

Beim Plasma spenden wird wie bei der Blutspende Vollblut aus der Vene des Armes entnommen. Der Unterschied zur Blutspende liegt darin, dass noch während des Spendevorgangs die festen Blutzellen vom flüssigen Blutbestandteil – dem Plasma – getrennt und dem Körper wieder zugeführt werden. Dabei wird eine bestimmte Menge Blut mehrmals zentrifugiert bis sich das leichtere Plasma von den schwereren Zellen abgesetzt hat. Dieser Vorgang nennt sich Plasmapherese. Der entnommene Teil wird vom Körper selbst schnell wieder nachgebildet. Daher kann man viel häufiger Plasma als Blut spenden: je nachdem wie schnell sich der Körper erholt, ist dies in einem Abstand von ein paar Tagen oder Wochen wieder möglich.

Wie läuft die Plasmaspende beim ITMS ab?

Unsere Blutspendezentren in Suhl, Ilmenau und Eisenach haben immer Montag bis Freitag geöffnet – in Suhl sogar jeden 1. Samstag im Monat. Möchten Sie es versuchen, Plasma zu spenden, dann sind Sie dort jeweils herzlich willkommen!

Bei der ersten Anmeldung bittet Sie unser freundliches Team, einen Fragebogen zu Ihrer Gesundheitsgeschichte auszufüllen und ein paar persönliche Angaben, insbesondere Ihren vergangenen Reisen, zu machen.

Anschließend überprüfen wir Ihre körperliche und gesundheitliche Eignung für die Plasmaspende, indem wir Ihre Körpertemperatur messen und wichtige Blutwerte bestimmen.

Ein Arzt bespricht mit Ihnen persönlich und im Vertrauen die weitere Vorgehensweise und bereitet Sie auf den Spendevorgang vor. Ihr Blutdruck wird nochmals gemessen, der Spenderfragebogen bewertet und schließlich entschieden, ob Sie an diesem Tag für eine Plasmaspende geeignet sind.

Blutproben werden nun genommen und Sie werden an das Plasmaspendegerät angeschlossen. Nun wird – je nach Körpergewicht – aus etwa 600 bis 800 ml Vollblut das Plasma in mehreren Schritten herausgefiltert und in einem Konservenbeutel gesammelt.

Die restlichen festen Blutbestandteile werden Ihrem Körper zusammen mit einer Kochsalzlösung wieder zugeführt. Bei jeder Spende werden nur sterile Einmalsysteme eingesetzt.

Für die Dauer der Spende stellen wir Ihnen gern Lektüre zur Verfügung, so dass die ca. 60 Minuten, die der eigentliche Spendenvorgang dauert, schnell vergehen.

Um Kreislaufreaktionen zu vermeiden, checken Sie unsere Mitarbeiter zum Abschluss noch einmal kurz durch und versorgen Sie bei Bedarf mit Speisen und Getränken zum Energie tanken. So sind Sie schließlich wieder fit für den Heimweg.

Wie lange dauert eine Plasmaspende?

Der eigentliche Vorgang einer Plasmaspende dauert zirka 60 Minuten. Mit Anmeldung, Vorab-Check und Bluttests nimmt alles in allem ungefähr 1 bis 1,5 Stunden in Anspruch. Viele unserer Spender nutzen die Zeit zum Entspannen, Lesen oder Musikhören. Unsere Betreuer vor Ort bieten eine gute Auswahl an Lektüre an.

Wer darf Plasma spenden - und wie oft?

Plasma spenden darf jeder, der zwischen 18 und 68 Jahre alt ist. Sind nach einer erfolgten Plasmaspende alle Blutwerte und Ihr Gesundheitszustand in Ordnung, so können Sie bereits eine Woche nach beendeter Spende wieder Plasma spenden gehen. Haben Sie jedoch zuvor Vollblut gespendet, so sind 2 bis 4 Wochen Zeitabstand zu beachten.

Zeitabstände zwischen den einzelnen Spendearten  

 von

zu

Dauer

Plasma

Plasma

1 Woche

Plasma

Vollblut 

1 Woche

Vollblut

Plasma

2-4 Wochen


Auf ein Jahr gerechnet ist es so möglich, bis zu 45 Mal im Jahr Plasma zu spenden.

Wann und wo kann ich Plasma spenden?

Das ITMS unterhält in Thüringen drei Plasmaspendezentren, die jeweils mit moderner und sicherer Plasmaspendetechnik ausgestattet sind. In Ilmenau und in Eisenach sowie am ITMS-Hauptsitz in Suhl sind jeweils Blut- & Plasmaspendestationen eingerichtet.
» Plasmaspendezentren

Was ist alles zum Plasmaspenden mitzubringen?

Spender, die das erste Mal Plasma spenden, bringen ihren gültigen Personalausweis, Reisepass oder Führerschein zur Anmeldung mit. Nach der ersten Spende bekommt jeder automatisch einen persönlichen Unfallhilfe- und Blutspender-Pass vom ITMS ausgestellt, in dem seine persönliche Blutgruppenformel angegeben ist und alle weiteren Blut- und Plasmaspenden abgestempelt werden. So lassen sich die Zeitabstände zwischen einzelnen Spendearten exakt nachvollziehen. Der Unfallhilfe- und Blutspender-Pass muss daher zu jedem Spendetermin vorgelegt werden. Personalausweis, Reisepass oder Führerschein bescheinigen Ihre Identität.

Welche Tests werden genau gemacht?

Um für Spender und Empfänger höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, werden verschiedene Gesundheitschecks durchgeführt.

Feststellung der Spendereignung:
  • Ausfüllen eines Fragebogens zur medizinischen Einschätzung
  • Bestimmung des Hämoglobin-Wertes
  • Blutdruckmessung
  • Messung der Körpertemperatur

    Tests des Spenderplasmas:
  • Antikörpertests
  • Gelbsucht (Hepatitis A, B und C)
  • HIV
  • Syphilis
  • Ringelröteln (Parvovirus B19)

Welche Sperrgründe gibt es?

Wenn Sie gesund sind und sich auch so fühlen, dann können Sie gerne in eines unserer ITMS-Plasmaspendezentren kommen. Jedoch gibt es bestimmte Sperrgründe, die Risiken für Spender und Empfänger verhindern sollen. Die wichtigsten finden Sie nachfolgend aufgeführt:
  • Die zeitliche Frist zwischen den einzelnen Spendearten ist noch nicht abgelaufen.
  • Ihr Blutdruck ist zu hoch oder zu niedrig. 
  • Sie nehmen Medikamente ein.
  • Sie wiegen unter 50 kg.
  • Sie sind jünger als 18 Jahre.
  • Sie sind älter als 68 Jahre.
  • Sie sind im Moment erkrankt, z.B. durch eine Erkältung, erhöhte Temperatur, Durchfall etc.
  • Sie haben bestimmte Krankheiten wie Hepatitis, Krebs etc. durchgemacht.
  • Sie haben sich in den letzten Monaten im Ausland, insbesondere außerhalb Europas aufgehalten.
  • Sie haben körperliche Beschwerden, gerade erst eine OP, einen Unfall, Spiegelungen o.ä. hinter sich.
  • Sie sind Empfänger von Blutprodukten. Sie hatten Kontakt mit Fremdblut.
  • Sie haben vor Kurzem erst ein Ohrloch, eine Tätowierung oder ein Piercing stechen lassen.
  • Sie sind schwanger bzw. haben vor Kurzem erst entbunden.
  • Sie sind erst vor Kurzem z.B. gegen Hepatitis B geimpft worden.

Was passiert mit meiner Plasmaspende?

1. Präparation
Entnommenes Plasma wird gleich nach der Spende innerhalb kürzester Zeit schockgefrostet, haltbar gemacht und mit einem Strichcode versehen, damit die Plasmakonserve lückenlos und eindeutig zugeordnet werden kann. Bei minus 30°C Lagerung kann das Plasma bis zu drei Jahre verwendbar bleiben.
2. Quarantänelagerung
Trotz aller Vorschriften bleibt für Transfusionen von zellulären Blutbestandteilen und von Plasma ein Restrisiko bestehen. Dieses ergibt sich u.a. aus dem diagnostischen Fenster. Gemeint ist die Zeit zwischen einer Infektion und dem Auftreten von nachweisbaren HIV- oder Hepatitis-Antikörpern. Diese Zeitspanne beträgt bis zu 4 Monate. Spendet ein Infizierter in diesem Zeitraum Blut, kann die Infektion mit den verfügbaren Tests in seltenen Fällen nicht nachgewiesen werden. Bei der Quarantänelagerung wird deshalb das Plasma erst freigegeben und ausgeliefert, wenn auch die Wiederholungsspende nach 4 Monaten untersucht und freigegeben wurde. 
3. Vertrieb 
Die Abteilung Vertrieb ist das Bindeglied zum Einsatz der Blut- und Plasmakonserven. Hier werden die eingehenden Anfragen von Kliniken und Ärzten bearbeitet und die gewünschten Präparate rund um die Uhr für eine schnelle Auslieferung fachgerecht vorbereitet.
4. Auslieferung
In unseren eigenen Kurierfahrzeugen, die mit speziellen Kühlaggregaten ausgestattet sind, werden die gewünschten Präparate an Krankenhäuser und Ärzte zeitnah im 24 Stunden-Dienst ausgeliefert.

Welche medizinischen Produkte entstehen aus meiner Plasmaspende?

Blutplasma ist Ausgangsstoff für Medikamente. Es wird bei Gerinnungsstörungen (Blutungen, die kaum zu stillen sind) und bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr eingesetzt. Aber auch bei Unfällen, Operationen und schweren Verletzungen, bei denen Wunden schnell verschlossen werden müssen, ist es wichtig. Hierfür wird aus Plasma z.B. ein spezieller Wundkleber hergestellt.

Was ist eine Blutbank?

Eine Blutbank ist ein Depot für Blut- und Plasmakonserven. Hier werden alle aufbereiteten Spenden erfasst, gesammelt und können bei Anforderung jederzeit abgerufen und ausgeliefert werden. Der hauseigene Lieferservice des ITMS kann so enorm schnell und flexibel benötigte Blutkonserven für Kliniken, Ärzte und andere Gesundheitseinrichtungen bereitstellen.

Welche Anerkennung gibt es für meine Plasmaspende?

Neben den gesetzlich möglichen Aufwandsentschädigungen für Blut- und Plasmaspender, bedanken wir uns natürlich bei allen Stammspendern auf ganz besondere Weise. Sie liegen uns am Herzen, weil Sie sich mit uns gemeinsam der hohen gesellschaftlichen Verantwortung stellen, die mit dem Blut- und Plasmaspenden verbunden ist. Und das zeigen wir Ihnen auch! Vier Mal im Jahr veranstalten wir Auszeichnungsfeiern für unsere Spender, die mehr als 50 Blutspenden geleistet haben. In höchster Wertschätzung werden sie mit Auszeichnungsurkunde, Ehrennadel und kleinen Geschenken gewürdigt. Diese Auszeichnungsveranstaltung mit prominenten Ehrengästen gehört unseren Spendern, ganz allein. Damit sagt das Institut für Transfusionsmedizin Suhl gemeinnützige GmbH DANKE aus tiefstem Herzen.

Wieviele Menschen spenden beim ITMS?

Seit 1990 verzeichnet das ITMS (Institut für Transfusionsmedizin Suhl gemeinnützige GmbH) jährlich steigende Spendenzahlen. Mit bis zu 11% Blutspendenanteil an der Bevölkerung liegt das Institut etwa 6% über dem Bundesdurchschnitt und mit an der Spitze der deutschen Blutspendedienste. Über 130.000 Vollblutspenden im Jahr zeigen das Leistungsvolumen des Instituts.

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